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DPACK ist eine Erweiterung von TPACK

0. Zusammenfassung

Beim DPACK-Modell handelt es sich um eine Weiterentwicklung des TPACK-Modells von Mishra und Koehler. Dabei wurden folgende zwei Erweiterungen vorgenommen:

  1. Digitalitätskompetenz statt Anwendungswissen (technology knowledge)
  2. Kompetenzen statt Wissen

1. Digitalitätskompetenz statt Anwendungswissen

1.1 TPACK versteht unter Technology knowlege primär Anwendungswissen

Beim ursprünglichen TPACK-Modell von Mishra und Koehler ist technology knowledge der neue Bereich, der zu den bestehenden Bereichen des pedagogical knowledge und des content knowledge dazu kommt. Liest man die Definition dieser technology knowledge von 2006, so wird erkennbar, dass damit primär Anwendungswissen verstanden wird:

Technology knowledge (TK) is knowledge about standard technologies, such as books, chalk and blackboard, and more advanced technologies, such as the Internet and digital video. This involves the skills required to operate particular technologies. In the case of digital technologies, this includes knowledge of operating systems and computer hardware, and the ability to use standard sets of software tools such as word processors, spreadsheets, browsers, and e-mail. TK includes knowledge of how to install and remove peripheral devices, install and remove software programs, and create and archive documents.
und
Most standard technology workshops and tutorials tend to focus on the acquisition of such skills.
Quelle: Mishra, P & Koehler, M. J. (2006) Technological Pedagogical Content Knowledge. in: Teachers College Record Volume 108, Number 6, June 2006, pp. 1017-1054 (Biblionetz:t07395)

Diese Lesart von technology knowledge ist auch im deutschprachigen Raum weit verbreitet:

Das Wissen darüber, wie Medien funktionieren und wie sie sich nutzen lassen (z.B. wie Wikis funktionieren und wie man sich in einem Wiki beteiligen kann)
Quelle: Petko, D. & Döbeli Honegger, B. (2011). Digitale Medien in der schweizerischen Lehrerinnen- und Lehrerbildung. In: Digitale Medien in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung. Beiträge zur Lehrerbildung 29 (2), 2011. (Biblionetz:t14000)

Wissen darüber, wie Medien funktionieren und wie sie sich nutzen lassen (z.B. wie Wikis funktionieren und wie man ein Wiki für das Wissensmanagement verwendet).
Quelle: Schaumburg, H. & Prasse, D. (2018). Medien und Schule. (Biblionetz:b06342)

(Für weitere Definitionen von technology knowlege siehe Biblionetz:w02269)

Das TPACK-Modell geht also davon aus, dass einerseits das Wissen um die Anwendung von Werkzeugen genügt, um ihr Potenzial und ihre Grenzen für Lehr-/Lernzwecke erfassen zu können und dass diese Werkzeuge weder die Umwelt noch die Lernenden gross beeinflussen.

1.2 Dagstuhl-Dreieck: Anwendungswissen genügt nicht

Unter anderem die Dagstuhl-Erklärung (Brinda et al. 2016) mit dem Dagstuhl-Dreieck betonen, dass Anwendungswissen alleine nicht genügt für ein mündiges Handeln in einer digitalisierten Welt, sondern dass ein Verständnis aus den drei Dagstuhl-Perspektiven notwendig ist (siehe Digitalitätskompetenz). In der Darstellung des DPACK-Modells sieht deshalb das TPACK-Modell folgendermassen aus:

2. Kompetenzen statt Anwendungswissen

...

Übersicht der Unterschiede zu TPACK

Dies ist ein automatischer tabellarischer Zusammenzug der Unterschiede zu TPACK aus den einzelnen Schnittmengenbeschreibungen:

Inhaltliche Kompetenz  
Traditionelle schulfremde Inhaltskompetenz Abgesehen davon, dass das DPACK-Modell sich auf Kompetenzen bezieht (während TPACK von Wissen (knowledge) ausgeht), dürfte dieser Bereich in beiden Modellen ähnlich umrissen sein.
Zeitgemässe schulfremde Inhaltskompetenz  
Digitalitätskompetenz Dieser Bereich IST der wesentliche Unterschied zum TPACK-Modell. Für eine Erklärung siehe Erweiterung von TPACK.
Schulfremde digitale Inhaltskompetenz Im klassischen TPACK-Modell würde es bei dieser Schnittmenge nur darum gehen zu wissen, welche digitalen Werkzeuge/Medien für eine spezifische Wissenschaft / ein spezifisches Thema existieren und genutzt werden. Kein Thema wären bei TPACK z.B., ob und wie die digitale Transformation die Wissenschaft / das Thema und damit auch Berufsbilder verändern.
Digitale Inhaltskompetenz TODO
Digitale pädagogische Inhaltskompetenz TODO
Allgemeine digitale pädagogische Kompetenz Im klassischen TPACK-Modell würde es bei dieser Schnittmenge nur darum gehen zu wissen, welche digitalen Werkzeuge sich allgemein (d.h. nicht fachspezifisch) für Lehr-Lernzwecke eignen. Es wäre aber beispielsweise irrelevant, welche Werkzeuge und Medien bei den Lernenden bekannt und verbreitet sind und evtl. bereits für informelles Lernen genutzt werden oder welche Daten solche Werkzeuge erfassen und wem diese Daten zur Verfügung stehen.
Digitale pädagogische Kompetenz TODO
Allgemeine nicht inhaltsbezogene Digitalitätskompetenz ...
Pädagogische Kompetenz ...
Traditionelle pädagogische Inhaltskompetenz Abgesehen davon, dass das DPACK-Modell sich auf Kompetenzen bezieht (während TPACK von Wissen (knowledge) ausgeht), dürfte dieser Bereich in beiden Modellen ähnlich umrissen sein.
(Zeitgemässe) Pädagogische Inhaltskompetenz  
Traditionelle allgemeine pädagogische Kompetenz Abgesehen davon, dass das DPACK-Modell sich auf Kompetenzen bezieht (während TPACK von Wissen (knowledge) ausgeht, dürfte dieser Bereich in beiden Modellen ähnlich umrissen sein.
Zeitgemässe allgemeine pädagogische Kompetenz