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Kommunikation

Digitale Medien können auf vielfältige Weise zur Kommunikation genutzt werden. In Bezug auf den Bildungsbereich können Medien die Kommunikation zwischen Lehrperson und Lernenden sowie auch die Kommunikation zwischen den Lernenden ermöglichen. Digitale Kommunikationswerkzeuge sind beispielsweise Chatprogramme, Blogs, Diskussionsforen,Videochats, Voicemails oder Kommentare in einem Textverarbeitungsprogramm. Zudem sind auch in vielen Lernplattformen, LMS und MOOCS digitale Kommunikationsformen implementiert. Der Fokus dieses Artikels liegt auf der interpersonellen computer-gestützten Kommunikation. Die Kommunikation zwischen der Lehrperson mit den Lernenden durch die Bereitstellung von Arbeitsmaterial gehört hier nicht dazu, ebensowenig die Mensch-Maschinen-Interaktion.

Typologie der Kommunikationskanäle

Die Kommunikationskanäle können nach unterschiedlichen Merkmalen charakterisiert werden.

Typologien werden meist entlang der Modalität (z.b. auditiv, visuell) beziehungsweise Codierungsform (z.b. bildhaft, textbasiert) sowie der zeitlichen Struktur (synchron, asynchron) gebildet (Schaumburg & Prasse, 2019, S. 201; Petko, 2014, S. 84-85). Weiter kann auch noch zwischen privater und öffentlicher Kommunikation (Kerres, 2000, S. 115) sowie zwischen gegenseitiger und einseitiger Kommunikation (Dahinden, 2018, S. 20) unterschieden werden.

Auswahl von Kommunikationskanälen

Theorie der Reichhaltigkeit

Theorie der Passung

Theorie der Synchronizität

Die Theorie der Synchronizität wurde basierend auf der Medienreichhaltigkeitstheorie von Dennis und Valacich (1996) entwickelt. Grundsätzlich orientiert sie sich an der Frage der Synchronität, also die Frage, wie schnell auf eine Nachricht reagiert werden kann. Dieser Theorie zu folge eignen sich asynchrone Medien besonders, zum Sammeln von Informationen und Meinungen sowie um diese nebeneinanderzustellen (Petko, 2014, S. 86). Synchrone Medien hingegegen sind dienlich, wenn es Meinungen und Informationen geordnet, zusammengefasst und diskutiert werden sollen.

Kurz gesagt bedeutet dies: Für divergente Informationssammlungen eigenen sich vor allem asynchrone Medien und für konvergente Informationszusammenfassung synchrone Medien,

Tools und Anwendungen im Bereich der Kommunikation

Im Folgenden werden nun zwei Tools genauer beschrieben, welche für die Kommunikation im Bildungsbereich eingesetzt werden können.

Skype

Skype ist ein typisches Beispiel für eine Anwendung, die nicht in erster Linie als Educational Technology konzipiert wurde. Skype ist ein Kommunikationswerkzeug, welches kostenlose Anrufe, Videoanrufe, und Videokonferenzen ermöglicht. Zudem werden auch das Teilen von Dokumenten sowie Scree-Sharing unterstützt. Eine mögliche Implementierung von Skype in der Schule ist das Spiel "Mystery Skype". Dabei "treffen" sich zwei Schulklassen virtuell über Skype. Ziel des Spiels ist es, gemeinsam als Klasse durch das Stellen von Ja/Nein-Fragen, herauszufinden, wo auf der Welt sich die andere Klasse befindet.

Positive Aspekte:

Die Verwendung von Skype ist kostenlos. Skype stellt eine Plattform zur Verfügung, über die sich Lehrpersonen vernetzen können und auf der Material und Angebote, beispielsweise für virtuelle Fieldtrips, bereitgestellt werden. Grundsätzlich ermöglichst Skype die Kommunikation mit Menschen auf der ganzen Welt. Somit werden die räumlichen Grenzen des Schulzimmers aufgehoben. Dies bietet vor allem interessante und authentische Lerngelegenheiten für das interkulturelle Lernen und das Fremdsprachenlernen. Zudem ermöglicht es auch den Kontakt mit Fachpersonen zu bestimmten Themen, im Sinne von virtuellen Gastreferaten.

Beim Spiel "Mystery Skype" eignen sich die Schülerinnen und Schüler auf spielerische Weise überfachliche Kompetenzen wie interkulturelle Kommunikation und Kollaboration an. Ausserdem vertiefen sie dabei auch ihr geografisches Wissen. Skype kann sich positiv auf die Motivation von Schülerinnen und Schülern auswirken.

Negative Aspekte:

Die von Skype zur Verfügung gestellten Materialien sind fast ausschliesslich in Englisch verfasst. Es gibt auch nur wenige Partnerklassen, die in Deutsch kommunizieren. Aus diesem Grund sind Fremdsprachenkenntnisse für Schweizer Schülerinnen und Schüler beinahe eine Voraussetzung. Dies kann hingegen aber auch eine grosse Motivation darstellen, eine Fremdsprache zu lernen. Es ist zwingend eine gute Internetverbindung nötig. Allfällige technische Probleme können demotivierend wirken.

Microsoft Teams

Positive Aspekte:

Teams ermöglicht sowohl synchrone als auch asynchrone Kommunikation.

Negative Aspekte:

Bei grossen Gruppen kann die Kommunikation unübersichtlich werden.

Kriterienliste

Ein Vorschlag für eine Kriterienliste (bitte ergänzen und bearbeiten!):

Diskussion

  • Wie können Educational Technologies genutzt werden, um eine konstruktivistische Feedbackkultur zu etablieren, wie sie beispielsweise von Molloy und Boud (2013, S. 422-423) postuliert wird?
  • Ist es auf der Primarstufe überhaupt wünschenswert, Feedback in digitaler Form zu vergeben oder schadet diese Art des Feedbacks der Beziehung zwischen Lernenden und Lehrperson?
  • Wie können aus den oben erläuterten theoretischen Grundlagen konkrete Kriterien abgeleitet werden? Ist ein solcher Kriterienkatalog überhaupt sinnvoll, da die Wahl des geeigneten Mediums stark von der Situation abhängt (Kerres, 2013, S. 128)?

Literatur

de Witt, C. & Czerwionka, T. (2013). Mediendidaktik. 2. aktualisierte und überarbeitete Auflage. Bielefeld: Bertelsmann Verlag.

Kerres, M (2000). Information und Kommunikation bei mediengestütztem Lernen. Entwicklungslinien und Perspektiven mediendidaktischer Forschung. Zeitschrift für Erziehunsgwissenschaft, 3, S. 111-130.

Kerres, M. (2013). Mediendidaktik. Konzeption und Entwicklung mediengestützter Lernangebote. 4. erweiterte und korrigierte Auflage. München: De Gruyter Oldenbourg.

Molloy, E. K. & Boud, D. (2013). Feedback Models for Learning, Teaching and Performance. In Spector, J. M., Merrill, M. D., Elen, J., & Bishop, M. J. (Hrsg.). (2013). Handbook of research on educational communications and technology.

Petko, D. (2014). Einführung in die Mediendidaktik. Lehren und Lernen mit digitalen Medien. Weinheim: Beltz.

Schaumburg, H. & Prasse, D. (2019). Medien und Schule. Theorie - Forschung - Praxis. Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt.

-- FranziskaAeschlimann - 04 Mar 2020