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Didaktische Überlegungen zu diesem Modul

Worum geht es?

Auf dieser Seite möchten wir einige didaktische Überlegungen zu diesem Modul darlegen. Da es sich um eine didaktische Lehrveranstaltung handelt, scheint es uns sinnvoll zu sein, transparent zu machen, welche Gedanken hinter der Lehrveranstaltung selbst stehen.

Wen sprechen wir an?

Wir gehen bei der Konzeption unseres Moduls davon aus, dass die Teilnehmenden entweder schon an Pädagogischen Hochschulen, Fachhochschulen oder Universitäten in Forschung/Entwicklung und/oder Lehre tätig sein werden oder eine solche Tätigkeit als FachdidaktikerIn anstreben. Wir bilden somit nicht Lehrpersonen aus, sondern Expertinnen und Experten, die Lehrpersonen aus-/weiterbilden, unterstützen, beraten, beforschen.

  • Bisheriges Know-how: Da wir davon ausgehen, dass mindestens ein Teil der Studierenden bereits im Themengebiet tätig ist, möchten wir versuchen, die entsprechenden Erfahrungen aus unterschiedlichen Kontexten in die Lehrveranstaltung einzubeziehen.
  • Künftiges Know-how: Salopp formuliert fragen wir uns bei der Auswahl von Inhalten für die Lehrveranstaltung: "Was möchten wir künftigen potenziellen Mitarbeitenden oder Projektpartnern nicht erklären müssen?" wink

Welche Ziele streben wir an?

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Konzeptwissen und Produktwissen

Nicht nur im Informatikunterricht auf der Zielstufe, sondern auch in dieser Lehrveranstaltung ist die Unterscheidung von Konzeptwissen und Produktwissen relevant. Auch die Informatikdidaktik befindet sich in stetiger Entwicklung und wächst rasant, so dass bei einer Ausbildung darauf geachtet werden muss, welche Inhalte längerfristig relevant sein werden und was vermutlich nur kurzfristig wichtig erscheint. Das Modul versucht deshalb grundlegende Konzepte zu vermitteln, die auch in 10 Jahren noch relevant sein dürften.

Konzeptwissen alleine ist jedoch trocken, nicht sehr anschaulich und genügt alleine nicht, um darauf aufbauend selbst aktiv zu werden. Im Modul werden deshalb beispielhaft aktuelle Strömungen und Produkte behandelt um einerseits daran die langlebigen Konzepte diskutieren zu können und andererseits ein aktuelles Rüstzeug für die tägliche Arbeit bereitzustellen.

Selbststudium und Präsenzstudium

Das Modul umfasst 4 Credit Points, was einem vorgesehenen Workload von (4 * 25-30h) 100-120h entspricht. Ca. 25h davon sind als Präsenzunterricht vorgesehen, der Rest ist Selbststudienanteil.

  • In Präsenz möglichst nur, was auch Präsenz erfordert: Ausprobieren, Diskutieren, Prägnante Überblicke bieten.
  • Selbststudienblöcke als Vorbereitung des jeweils nächsten Präsenzblocks: Ohne Vorbereitung ist Präsenzblock nicht leistbar.

Umfangreiche Lektüre

In diesem Modul wird für Informatikverhältnisse viel und vertiefte Lektüre erwartet. In Ihrer künftigen Arbeit als Fachdiaktiker/in müssen Sie die grundlegenden Ziele und ihres Themas erklären und differenziert begründen können, sei dies bei Lehrplandiskussionen, Modulbeschreibungen oder bei der konkreten Konzeption, Durchführung und Evaluation von Untericht oder der Erarbeitung von Unterrichtssmaterialien und Lehrmitteln.

Stärker als in etablierten Fächern gibt es in der Informatikdidaktik noch immer eine lebhafte Streitkultur über die "richtigen" Inhalte für den Informatikunterricht. Dahinter steckt immer auch Zielvorstellungen, warum Informatik in der Schule vermittelt werden soll. Lehrpläne spiegeln diese Sichtweisen als Produkt bildungspolitischer Diskussionen wieder und geben konkrete Rahmenbedingungen vor, welche anschliessend von Lehrmittelautoren und Lehrpersonen im Schulunterricht umgesetzt werden. Durch Ihr Studium ausgewählter, relevanter Literatur lernen Sie die wichtigsten historischen und aktuellen Konzepte und Inhalte kennen.

Warum ist das relevant?

In Ihrer Arbeit als FachdiaktikerIn müssen Sie ihre Arbeit, ihre Forderungen oder Ihre Einschätzungen differenziert begründen können. Die zu lesende Literatur liefert Ihnen passende Modelle und Übersichten.

-- Beat Döbeli Honegger - 23 Aug 2019