-- MorenaBorelli - 05 Jun 2018

Werbung, Gefühle und Mediensprache

18 Oct 2018 - 13:30 | Version 9 |


Worum geht es?

Kinder kommen sehr früh mit Medien in Kontakt. Bilder, Werbeplakate, Zeitschriften, Bilderbücher und das Fernsehen gehören bereits zum Alltag von jüngeren Schülerinnen und Schülern. Das Verstehen einfacher Beiträge in verschiedenen Mediensprachen (Bild, Text, Ton, Film, Symbol) und das darüber Sprechen gehören zu den zentralen Kompetenzen, die im Zyklus 1 gefördert werden sollen.

Auch Werbung gehört zum Medienalltag der Schülerinnen und Schüler. Die Werbeindustrie bemüht sich bereits die jüngsten Kundinnen und Kunden anzulocken und nutzt dabei sämtliche psychologische Manipulationstricks. Ziel sind eine frühe Kundenbindung, Markenbewusstsein und Kaufwünsche zu generieren. (vgl. Neuss, 2012, S. 76f.). Werbung als solche zu erkennen, ist für Kinder jedoch nicht immer einfach. Werbespots werden von jüngeren Kindern nicht als Werbung, sondern als Unterhaltung gedeutet. Erst in zunehmendem Alter entwickelt sich ein Bewusstsein zu unterscheiden. Aber selbst wenn dieser Schritt gemacht ist und ein Kind zwischen einer Sendung und einem Spot unterscheiden kann, ist es noch nicht unbedingt in der Lage, die Absicht hinter der Werbung zu erkennen. Dies sind alles Erfahrungswerte, die wir uns nach und nach aneignen. Deshalb brauchen sie Unterstützung bei der Entwicklung eines kritischen Bewusstseins und das nötige Wissen, um die wirtschaftlichen Interessen hinter der Werbung durchschauen zu können.

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Was lernt ihr?

Du...
  • ... verstehst, dass Bild, Ton, Symbole, Film etc. unterschiedliche Wirkungen haben und verschiedene Botschaften vermitteln können.
  • ... erhältst Unterrichtsideen, wie man mit Kindern über die verschiedenen Medien, deren Botschaften und unterschiedliche Mediensprachen sprechen kann.
  • ... erkennst, welche Emotionen Medien bei Kindern auslösen können.
  • ... kennst Methoden um das Erkennen von Werbung mit Kindern zu thematisieren.
  • ... erfährst kreative und lustvolle Medienbildung smile

Was hat das mit dem Lehrplan "Medien und Informatik" zu tun?

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Transfer zu bestehenden Unterrichtsideen

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Medien und Medienbeiträge verstehen

Bildlesekompetenz

Im Alltag ist Bildlesekompetenz unumgänglich. Ob für Bauanleitungen schwedischer Möbelhäuser, im Strassenverkehr oder bei der Internetrecherche: Alltagskommunikation ist Kommunikation in Bildern. Die Bildlesekompetenz ist in der heutigen Mediengesellschaft enorm wichtig, denn bereits Kindergartenkinder sind mit veränderten Bildern konfrontiert. Wenn sie wissen und in aktiver Medienarbeit erfahren, wie einfach ein Bild verändert werden kann, hilft ihnen dies beim Einordnen der jeweiligen Bilder, die sie in ihrer Umwelt antreffen. (vgl. Egloff, 2018, S.39f.).

Unterrichtsideen

Bild Klang Collagen

Piktogramme

Als wesentlicher Entwicklungsschritt müssen Kinder verstehen, dass Abbildungen in Büchern, Filmen, Fotos usw. etwas darstellen und Symbole für etwas sind.

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Link zur Seite Emojipedia

Unterrichtsideen

Einführung Piktogramme PDF-Dokument

Wirkung von Musik

Musik ist allgegenwärtig und wird in den unterschiedlichsten Formaten und Kontexten wiedergegeben. Musik wird verwendet, um uns in Werbespots, in Geschäften, in Film und im Fernseher zu beinflussen. Können verschiedene Arten von Musik unsere Wahrnehmung beeinflussen?

Unterrichtsideen

Hinter den Kulissen - die Geräuschemacher speakers-1521312_1920.png

Woher kommen Filmgeräusche? Wie erzählt man in einem Dokumentarfilm eine Geschichte? Schauspieler und junge Hobbyfilmer geben einen Einblick in ihre Welt.

SRF die kleine Kinoschule

Töne erzeugen Stimmungen

Gefühle bei der Mediennutzung

Kindergarten- und Unterstufenkinder ängstigen sich nicht nur ab besonders brutalen oder erschreckend lauten Filmszenen. Spezielle Kindersendungen können ebenso ängstigen, gerade weil sie mit den gewählten Themen und Gestaltungselementen direkt an die kindliche Lebenswelt anknüpfen. Es ist wichtig sich Zeit für Fragen und Gefühle zu nehmen.

Unterrichtsideen

Gefühle in Bildern festhalten

Stimmungen mit der Stimme ausdrücken

Werbung

Zu verstehen, welche Absichten hinter Medienbotschaften stecken, ist ein weiterer wichtiger Entwicklungsschritt bei Kindern. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um beispielsweise auch die Absichten von Werbung zu erkennen und Medien kritisch reflektieren zu können. Vierjährige können noch kaum zwischen Werbung und Filmbeiträgen unterscheiden, während die Mehrheit der Achtjährigen dazu fähig ist. In Untersuchungen zeigte sich, dass Kinder Werbung und deren Absichten auch besser erkennen konnten, wenn ihnen gezielt Wissen über Werbung vermittelt worden ist. „Werbung“ wird darum in der 1./2. Klasse thematisiert.

Unterrichtsideen

Unterrichtseinheit "wir machen Werbung"

Kinder und Werbung.pdf

Titelmelodien von Filmen erraten

Weitere Unterrichtsideen

Inputfolien

Quellen

Egloff, M. (2018). Medien im Alltag Zyklus 1. Modulheft. Zürich: MIA21.

Neuss, N. (2012). Kinder & Medien. Was Erwachsene wissen sollten. Seelze-Velber: Kallmeyer, Klett.

Rätz, B., von Schwartz, M., Schleer, C., & Ernst, S. (2015). DIVSI U9-Studie. Kinder in der digitalen Welt. Hamburg: DIVSI.

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