Was und warum Informatik in der Schule

08 Sep 2017 - 06:22 | Version 6 |

Hinweis: Kursiv gesetzte Abschnitte stammen aus dem Buch *Mehr als 0 und 1 - Schule in einer digitalisierten Welt (Biblionetz:b6000)

Was ist Informatik?

Informatik ist eine vergleichsweise junge Wissenschaft. Dementsprechend ist die Definition des Fachgebietes nicht nur in der Öffentlichkeit diffus – nein, auch Informatikerinnen und Informatiker definieren ihr Fachgebiet teilweise unterschiedlich eng. Die Informatik besteht aus vielen Teilgebieten und ist auch zahlreiche Verbindungen mit Anwendungsgebieten eingegangen (sogenannte Bindestrich-Informatiken wie Wirtschafts-Informatik, Bio-Informatik, Geo-Informatik usw.). Angesichts der nach wie vor dynamischen Entwicklung folgt hier nun aber keine Auslegeordnung dieser Teil- und Anwendungsgebiete. Stattdessen wird das Gebiet der Informatik anhand einer allgemein akzeptierten Definition des Fachgebietes umschrieben:

Informatik ist die Wissenschaft der strukturierten und automatischen Informationsverarbeitung.

Für Fachfremde ist meist erstaunlich, dass in dieser Definition der Begriff » Computer « gar nicht vorkommt. Darauf legen viele Informatikerinnen und Informatiker jedoch großen Wert und führen oft das folgende Zitat an, das dem Informatiker Edsger Dijkstra (Biblionetz:p243) zugeschrieben wird:

In der Informatik geht es genau so wenig um Computer wie in der Astronomie um Teleskope.

Die in der Informatik beschriebenen Konzepte der strukturierten und automatisierten Informationsverarbeitung sind auch in der Natur anzutreffen. So stellen die Erbsubstanz DNS oder das Nervensystem mit Neuronen und Synapsen zwei für Lebewesen wichtige informationsverarbeitende Systeme dar.

Obwohl die wenigsten Informatikerinnen und Informatiker der obigen Definition widersprechen würden, herrscht keine Einigkeit darüber, wie umfassend das Fachgebiet Informatik definiert sein soll. Die im Folgenden näher vorgestellten Sichtweisen unterscheiden sich darin, was alles als informationsverarbeitendes System betrachtet wird.

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Warum Informatik?

Nachdem in der gebotenen Kürze die Informatik als Wissenschaft der Informationsverarbeitung mit fünf unterschiedlich stark fokussierten Sichtweisen präsentiert worden ist, geht es nun in einem zweiten Schritt um die Frage, warum Informatik Teil der Allgemeinbildung sein sollte Biblionetz:a1051. Die folgende Abbildung zeigt neun Begründungen, die aktuell in der Debatte um die Bedeutung der Informatik in der Schule diskutiert werden:

  • Biblionetz:a1051 Informatik gehört zur Allgemeinbildung
    • Biblionetz:a0163 Konstruktionismus-Argument
    • Biblionetz:a1046: Wissenschaftsargument: Informatik gehört zur Allgemeinbildung, weil Informatik mit Simulation ein drittes Standbein in die Wissenschaft gebracht hat.
    • Biblionetz:a0161 Denkobjektargument
    • Biblionetz:a1052 Problemlöseargument: Informatikkenntnisse helfen auch beim Lösen von Problemen ausserhalb der Informatik
    • Biblionetz:a1050 Welterklärungsargument: Um die heutige Informationsgesellschaft verstehen und erklären zu können, sind Informatikkenntnisse notwendig.
    • Biblionetz:a1047 Konzeptwissenargument: Informatikkenntnisse helfen, die Nutzung von ICT besser zu verstehen.
    • Biblionetz:a1235 Arbeitstechnikargument: Mit Informatik lässt sich das präzise Planen, Arbeiten und Kommunizieren im Team üben
    • Biblionetz:a1236 Motivations-/Interesseargument: Mit Informatik lassen sich Schülerinnen und Schüler mit technischem Interesse ansprechen
    • Biblionetz:a1049 Berufswahl-Argument

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Argumente gegen Informatik

http://wiki.doebe.li/Informatikdidaktik/GegenArgumente

Weiterführende Literatur

t16006 b01074 b00029 t02515 t15744 b05889

Dieses Thema wird erwähnt in folgenden Aus- und Weiterbildungen:

Dies ist ein Wiki des Fachkerns Medien und Informatik der Pädagogischen Hochschule Schwyz. Für Fragen wenden Sie sich bitte an beat.doebeli@phsz.ch